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Nun der Reihe nach..

Die Enstehung von Wäschenbeuren

Die Wäschenbeurener Geschichte fängt ja bereits etwas früher als mit der Verleihung des Wappenbriefes an, wobei wir in den wohl noch lange andauernden Gelehrtenstreit, ob der Ort “Büren” nun wirklich der Stammsitz der Hohenstaufen ist, nicht eingreifen wollen. Auch weiß wohl niemand so ganz genau, wo die ursprüngliche Stammburg gelegen haben könnte.

Fest steht, dass um 1050 ein Friedrich von Büren in der Geschichte erscheint. Im Kunsthistorischen Wanderführer Württemberg-Hohenzollern finden wir die folgende Notiz, bei deren Zitat wir es im Hinblick auf den Ursprung von Wäschenbeuren bewenden lassen wollen: “Als Friedrich von Büren 1079 mit dem Herzogtum Schwaben belehnt wurde, verlegte er seinen Sitz - der zuvor vielleicht auf dem Burren bei Wäschenbeuren lag - hierher und in der Folge nannte sich sein Geschlecht nach der Burg...”. Wir haben es hier also mit den “Herren von Büren” zu tun.

Untrennbar mit dem Ort und seiner Geschichte verbunden, Kleinod und Besonderheit zugleich, ist also das Wäscherschloss. “Am besten erhaltene staufische Burganlage im Landkreis” belehrt uns das Buch “Stauferstädte in Baden-Württemberg”. Eigentlich ist das “Schlössle”, wie es im Volksmund liebevoll genannt wird, ja eine “Wäscherburg”. Aber - Bezeichnung hin oder her - auch die “Beuremer” sind Schwaben und “Wäscherschlössle” klingt nun eben doch allemal besser als “Wäscherbürgle”.

Das Wäscherschloß
Das Wäscherschloß

Das Wäscherschloss ist das älteste erhaltene Gebäude des ehemaligen Rittergutes. Josef Kleinknecht, Autor des Heimatbuches aus dem Jahre 1979, vermutet, dass Konrad der Wascher es im Jahre 1271, wahrscheinlich in vernachlässigtem Zustand angetroffen hat und es nur kurz bewohnte (eine Kopie der Übergabeurkunde ist im Besitz der Gemeinde und liegt im Hauptstaatsarchiv Stuttgart). Danach wurde es Verwaltungssitz und Herberge der Vögte des Rittergutes bis schließlich im Jahre 1588 das Amtshaus erbaut wurde, das heute noch den Markplatz ziert.

Da sich die Gelehrten über die Baugeschichte der Burg nach wie vor die Köpfe zerbrechen, können wir auch hier keine eindeutige Auskunft geben. Der Typus der Burg weist in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts, vielleicht noch in das 12. Jahrhundert zurück. Wir wissen, dass während des Städtekrieges im Jahre 1377 Teile der Burg zerstört wurden. Die Bezeichnung “Weschenburg” kommt erstmalig um 1380 vor, als ein Konrad von Weschenburg in den Urkunden genannt wird, zuvor ist stets von der “Burg Büren” die Rede.

Aus staufischem Nachlass und Lorcher Klosterbesitz entstand später das Rittergut Wäschenbeuren. “Konrad der Wascher”, ein spätstaufischer Dienstmann, erwarb 1271 - wie an anderer Stelle bereits ausgeführt - auf dem Tauschweg vom Kloster Lorch ein Landgut (in der Urkunde “Mansus in Buron” bezeichnet) und übernahm damit den Besitz Büren in der früheren Herrschaft Büren.

Im Jahre 1390 war der Ortsname Grundlage für eine Erweiterung des Familiennamens des damaligen Besitzers Konrad von Rechberg. Er nannte sich fortan “Herr Konrad von Rechberg zu Weschenburg”.

Als ein sogenanntes “Schwabenlehen” - das einzige im Raum Göppingen - übergab Veit von Rechberg zu Staufeneck “sein Beuren” im Jahre 1465 an Herzog Sigismund von Österreich. Nun gehörte es zum Österreichischen Lehenshof in Innsbruck. Unbehelligt blieben Ort und Wäscherschloss offen­bar im Bauernkrieg, als im Jahre 1525 der “Gaildorfer Bauernhaufen” einzog.

Das Amtshaus am Wäschenbeurener Marktplatz ist auch heute noch ein schöner und markanter Blickfang. Es wurde von den Herren von Rechberg zu Staufeneck im Jahre 1588 erbaut. Eine Linie, die 1599 ausstarb, wodurch das “Schwabenlehen” wieder an den Österreichischen Lehenshof in Innsbruck zurückfiel. Dieser teilte es auf und das Lehen fiel zu je einer Hälfte an den Kaiserlichen Rat und Reichspfennigmeister Zacharias Geizkofler und den Reichshofrat Bartholomäus Bezz Freiherr von Ulrichskirchen und Altspaur.

Das “Rittergut Wäschenbeuren” hatte dann bis zum Jahre 1805 noch eine wechselvolle Geschichte vor sich. In diesem Jahr verlor es seine Souveränität und es erfolgte der Übergang in die Staatshoheit Württemberg. Die Besitzrechte verblieben bei den bisherigen Lehensinhabern. Ein Rentamtmann übernahm die Verwaltung. Wäschenbeuren wurde im Jahre 1806 dem Oberamt Göppingen zugeteilt, 1810 dem Oberamt Lorch und schließlich gehörte er ab 1820 über 100 Jahre lang zum Oberamt Welzheim. Die letzten Inhaber des Ritterguts waren Rudolf Freiherr von Freyberg auf Haldenwang und Joseph Thaddäus Graf von Thurn und Taxis auf Neuhaus, welche es im Jahre 1857 schließlich an das Königreich Württemberg verkauften.

Ab dieser Zeit unterscheidet sich die Geschichte des Ortes nicht mehr so wesentlich von der anderer Orte der Umgebung. Eine leidvolle Ausnahme gibt es allerdings. Das Dorf wurde am 19. April 1945 durch einen Fliegerangriff zu zwei Dritteln zerstört. Ein schwerer Schlag auch für die Bevölkerung, die Schlimmes durchmachen musste. Alte Dorfsubstanz fiel in Schutt und Asche und ging für immer verloren.

Nach 1945 - in der Phase des Wiederaufbaus - ist dann “das Beuren” entstanden, das heute vor uns liegt. Eine neue, moderne Ortschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten entstanden, die durch die moderne Zeit geprägt wurde.

Vieles mehr über die Geschichte unseres Ortes kann dem Heimatbuch von Josef Kleinknecht (1979) oder den von Peter Schührer verfassten Wäschenbeurener Bilder- und Geschichtenbüchern „Beuremer Leaba“ und „Leut ond Häuser“ entnommen werden. Die Bücher werden im Bürgerbüro des Rathauses angeboten.